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2004 Theo & Horwer-Kolonne

Es ist kurz vor 19 Uhr, als ich vor dem Einfamilienhaus im Horwer Zumhofquartier ankomme. Ein wenig nervös bin ich zugegebenermassen schon - denn gleich werde ich DEM Shooting-Star der Horwer Musikszene gegenüberstehen: FernandO, die Siegerin der ersten "Horw-Sucht-Den-Supersüffel"-Staffel, welche mit ihrer Interpretation des Oldies "Horwer-Lied" der Alt-Rocker "Horwer-Kolonne", die Massen begeisterte.
Auf mein Klingeln hin öffnet sich die Türe und ich sehe... zuerst einmal nur den leeren Gang. Erst als ich meinen Blick gegen unten senke entdecke ich meine Gastgeberin. Sie begrüsst mich herzlich und bittet mich hinein - von Starallüren ist überhaupt nichts zu bemerken.
Durch den hübsch eingerichteten Gang und das Wohnzimmer gelangen wir in ihr Reich: ein kleines aber gemütliches Zimmer. Als erstes fällt mir das überdimensionale Horwer-Kolonne-Poster an der Wand auf - natürlich mit Originalunterschriften der HKler! Mit strahlendem Blick erzählt mir FernandO, dass sie schon seit ihrer Kindheit ein glühender Verehrer und Fan der HK sei. Deshalb sei für sie ein Traum in Erfüllung gegangen, als sie am letzten Samstag ihre Idole während dem HSDS-Auftritt persönlich kennen lernen durfte.
Ein wenig überrascht sei sie ja schon gewesen über ihren Sieg, gesteht sie. Sie habe eigentlich gar nicht so viel geprobt, sondern sei einfach auf die Bühne gegangen und habe ihr Bestes gegeben. "Seit Samstag hat sich mein Leben verändert - pausenlos kommen die Medien und wollen Interviews und die Fans stehen Schlange für ein Autogramm!" Doch FernandO erledigt diese Aufgaben charmant und lässig, denn es ist nicht das erste Mal, dass sie gewinnt - vor zwei Jahren wurde sie mit grossem Vorsprung zur kleinsten Horwerin gewählt!
Jetzt machen sich die beiden ockerfarbenen Krienser Flachland-Seeschweinchen (hoho, merksch öpis?) im Käfig im Ecken des Zimmers bemerkbar. "Essenszeit für die beiden", lacht FernandO und gibt ihnen eine grosse Portion Hopfen und Malz, verdünnt mit Wasser. "Sie bekommen immer nur Hopfen und Malz, dadurch werden ihr Felle so glänzend und stark in den Farben", weiss sie zu berichten. Dass die beiden Tierchen dafür die ganze Zeit besoffen sind, nimmt sie gerne in Kauf, schliesslich sind sie es von ihrer Herkunft her nicht gewohnt.
Nun betritt FernandOs Mutter, eine sympathische Frau in den Vierzigern, das Zimmer und bringt uns selbst gemachte Eichhorwerli, welche köstlich munden. Sie erzählt mir, dass FernandO seit ihrem Sieg bei HSDS viel an Selbstvertrauen gewonnen habe - früher sei sie ziemlich scheu gewesen und habe sich nicht so viel betrunken. "Aber seit sie ihre Vorbilder von der Horwer-Kolonne kennen gelernt hat, ist sie wie verwandelt", meint sie lachend.
Auf meine Frage, ob sie sich nach ihrem Sieg vermehrt auf die Musik konzentrieren wolle, antwortet FernandO: "Die Musik ist ein Hobby von mir, welchem ich auch weiterhin frönen werde. Erste Priorität hat aber ganz klar meine Ausbildung zur eidg. dipl. Horwerin!" Auf ihre weiteren Ziele angesprochen strahlt sie und meint: "Ein Traum von mir wäre die Gründung und Anführung der Sektion HKW (Anmerkung der Red.: Horwer-Kolonne Woman), damit auch mal die Krienser Frauen eins aufs Maul bekommen!"
Unterdessen ist auch FernandOs Vater nach Hause gekommen. Auch er begrüsst mich herzlich, gibt mir die Hand und meint, er sei froh, dass FernandO seit einigen Monaten mit neuen Kollegen in den Ausgang könne. Dies sei ihm viel lieber, weder wenn sie wie früher Wochenende für Wochenende bei einer Kollegin in Luzern übernachten und Blödsinn machen würde. Heutzutage wisse man ja nie in den Städten! Recht hat der Mann - seit sich wieder vermehrt betrunkene Radaubrüder rumtreiben, gehören so kleine Leute wie FernandO einfach nicht auf die Strasse in der Nacht!
Auch FernandOs jüngerer (kleiner wäre hier der falsche Ausdruck) Bruder ist übrigens ein begeisterter Horwer und möchte unbedingt mal in die Horwer-Kolonne eintreten. Bis er jedoch genügend alt für die Junghorwer ist, muss er noch einige Jahre bei den Herrgöttlis, der Kinderorganisation der Horwer-Kolonne, seine Sporen abverdienen.
FernandOs Augen beginnen zu leuchten, wenn sie von ihren weiteren Hobbys erzählt: "Nebst der Musik spiele ich auch leidenschaftlich gern Fussball und bin bei den Damen des - natürlich - FC Horw. Ich bin immer wahnsinnig stolz, wenn ich das Dress mit dem Egli auf der Brust tragen darf. Dazu bin ich auch eine begeisterte Fasnächtlerin - manchmal habe ich zwar noch ein wenig Mühe festzustellen, ob wir jetzt verkleidet an die Fasnacht gehen oder nicht, aber dank der Hilfe meiner Kollegen klappt es immer."
Nach gut einer Stunde neigt sich mein Besuch bei der HSDS-Gewinnerin und ihrer sehr netten Familie dem Ende zu. Alle begleiten mich zum Ausgang und verabschieden mich herzlich. Es war faszinierend, einen Einblick in das Leben eines wirklichen Stars zu haben.
So, liebe Kinder, wenn ihr auch mal so berühmt wie FernandO werden wollt, überredet ihr eure Eltern am besten jetzt gleich, euch unverzüglich bei den Herrgöttlis anzumelden. Dies kann unter www.horwer-kolonne.ch.vu geschehen. Und denkt daran: Eichhof esch gsöffig ond gehd e gueti Lune! Proscht zäme!
Text by Theo
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